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Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen




Langzeitstudie und das Projekt "Peer to Peer" - Gemeinsam zwei wichtige Schritte Richtung individuelle Unterstützung und Versorgung!

Auszüge des Grußwortes für die Veranstaltung am 24. September 2011 in Köln.


Lieber Udo Herterich,
liebe Mitglieder des Interessenverbandes Contergangeschädigter NRW e.V.,
sehr geehrte Damen und Herren,


mit der heutigen Veranstaltung vollziehen wir gemeinsam einen weiteren, sehr wichtigen Schritt.

Bevor ich jedoch auf diesen Schritt - bestehend aus Studie und Peer-to-Peer-Projekt - genauer eingehe, möchte ich als verantwortliche Gesundheitsministerin etwas zum allgemeinen gesundheitspolitischen Rahmen sagen.


Wir wollen das Gesundheitssystem an ganz vielen Punkten neu aufstellen: Weg von den kostendruckorientierten Abläufen und Systemen hin zu einem Gesundheitswesen, das sich auf allen Ebenen konsequent an den Menschen und ihren Bedürfnissen orientiert. Diese Veränderung kann uns nur gemeinsam gelingen. Dabei sind wir ganz besonders auf die Patientinnen und Patienten angewiesen: Sie sind aus meiner Sicht die besten und entscheidenden Expertinnen und Experten! Durch das Wissen um gute Beispiele, die als praktische Orientierung für eine bessere Praxis im Gesundheitswesen dienen können, lässt sich wirklich etwas im Sinne der Betroffenen verändern!


Die individuelle Versorgung verbessern, das soll auch die nun beginnende Langzeitstudie, für die ich hier werben möchte. Ich werbe mit Nachdruck dafür, obwohl ich weiß, dass Ihnen und Ihren Angehörigen bereits in der Vergangenheit viel zugemutet wurde und auch diese Studie erneut Belastungen mit sich bringen wird. Sie dient dem Ziel, die individuellen Behandlungsbedarfe und passgenauen Angebote für jede Einzelne und jeden Einzelnen zu ermitteln. Damit der Nutzen der Untersuchung eindeutig im Vordergrund stehen kann, ist es von zentraler Bedeutung, dass sie als Betroffene und zugleich als Expertinnen und Experten die Studie begleiten.


Diese und andere Aktivitäten finden immer noch vor dem Hintergrund einer fehlenden Entschuldigung der Verursacher, der Firma Grünenthal und der Familie Wirtz, statt. Meine Position ist ganz eindeutig: Ich erwarte eine ethisch-moralische Entschuldigung und dass sich das Unternehmen damit auseinandersetzt, was die Lasten und Folgen ihres Produktes waren und sind. Ich erwarte, dass Grünenthal die contergangeschädigten Menschen unterstützt und mit Ihnen, den Betroffenen, zusammen entscheidet, wie dies geschehen soll.


Auch auf Bundesebene müssen wir über eine finanzielle Unterstützung reden, mit der das Auskommen im Alltagsleben funktioniert. Und gerade in diesem Zusammenhang betone ich noch einmal die Bedeutung der Langzeitstudie und des Peer-Projektes. Sie werden uns ermöglichen, unsere Forderungen auf ein neues und verbessertes Fundament zu stellen: Ich muss, wenn ich Forderungen aufstelle, noch deutlicher individuelle Bedarfe kennen, damit man bei Menschen, die heute noch die Ohren verschließen, Ohren und Augen geöffnet bekommt. Von daher hoffe ich, dass viele von Ihnen den Weg mit der Peer-to-Peer Gruppe gehen werden, auch wenn sie vielleicht Ängste haben. Ängste, die durch eine Gruppe, die Ihnen Unterstützung bieten kann, hoffentlich aufgenommen werden können. Ausgehend von diesem begleitenden Umfeld, hoffe ich, dass wir bald Ergebnisse haben werden, die uns handlungsfähiger machen.


Abschließend möchte ich mich bei denjenigen bedanken, die sich für die Studie und das Projekt eingesetzt haben. Für das, was jetzt sowohl von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW und der Kämpgen-Stiftung (Köln) als auch vom Land NRW finanziell unterstützt wird. Vor allem möchte ich mich bei denen bedanken, die es von Seiten der Betroffenen unternommen haben, die die Idee hatten und gesagt haben: "Wir brauchen das!"


In diesem Sinne ganz herzlichen Dank!

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„Gesundheitsschäden, psycho-soziale Beeinträchtigungen und Versorgungsleiden von Contergan-geschädigten Menschen aus NRW in der Langzeitperspektive“

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